Kurzsichtigkeit (Myopie)

Bedeutet, dass der Betrachter nahe, in kurzer Entfernung gelegene Objekte sehr gut und oftmals außergewöhnlich scharf sehen kann. Dagegen kann er weit entfernte Gegenstände nur unscharf wahrnehmen.

Ursache ist entweder ein überlanger Augapfel oder eine zu starke Brechkraft des optischen Systems. Beides führt dazu, dass die von einem fernen Objekt ausgehenden Lichtstrahlen bereits vor der Netzhaut vereinigt werden. Hinter diesem Punkt der Vereinigung trennen sich beide Strahlen wieder. Das Licht trifft in gestreuter Form auf die Netzhaut. So entsteht ein unscharfes, verwaschenes Bild.

Kurzsichtigkeit macht sich besonders im Straßenverkehr bemerkbar: So kann beispielsweise eine Autobahnbeschilderung, die ein Normalsichtiger schon auf 40 Meter Entfernung deutlich lesen kann, bei einer Kurzsichtigkeit von 2 Dioptrien erst auf 5 Meter Entfernung gelesen werden. Zwar kann das Gehirn aufgrund der Erfahrungswerte unscharfe Bilder „vervollständigen“, trotzdem ist ein Kurzsichtiger mit mehr als 0,75 Dioptrien ohne Sehhilfe nicht mehr straßenverkehrstauglich.

Zum optischen Ausgleich werden konkave (nach innen gewölbte) Zerstreuungslinsen benutzt. Sie verringern die zu hohe Brechkraft des Auges, weshalb man sie auch Minusgläser nennt.

Falsch ist die Annahme, dass Brillen oder Kontaktlinsen die Augen verwöhnen und damit die Kurzsichtigkeit verstärken. Die Kurzsichtigkeit selber wird durch die Sehhilfen nicht verändert, es wird lediglich eine Anpassung zur besseren Sicht vorgenommen. Falsch ist auch, dass die organisch bedingte Kurzsichtigkeit durch ein Augen-Training, Sehübungen oder Medikamente beseitigt werden kann.

Die leichte Kurzsichtigkeit, auch Schulmyopie genannt, zeigt sich in der Regel erst im Pubertätsalter. Das Auge wächst in dieser Zeit sehr stark. Der danach erreichte Grad der Kurzsichtigkeit bleibt während des ganzen weiteren Lebens bestehen. Das Nicht-Tragen der Brille bei Kindern kann einen dauerhaften Sehschaden zur Folge haben.

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